Frau Dr. Oji ist dem St. Rochus-Hospital seit über zwanzig Jahren verbunden. Nach dem Medizinstudium in Münster und einer mit Auszeichnung bewerteten Promotion begann sie 2004 ihre Facharztweiterbildung in der Telgter Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Dabei war sie in allen Fachbereichen tätig, wobei ihre Schwerpunkte auf dem Akut- sowie dem Suchtbereich lagen. Seit 2012 war sie als Oberärztin tätig, übernahm im Jahre 2019 die Leitung der Tagesklinik in Warendorf und 2021 zusätzlich die der Tagesklinik in Ahlen. Die Entscheidung für Frau Dr. Oji fiel nach einem strukturierten, auch für externe Bewerberinnen und Bewerber offenen Auswahlverfahren, an dem das Leitungsteam des St. Rochus-Hospitals sowie der Vorstand der St. Franziskus-Stiftung Münster, der die Telgter Fachklinik angehört, beteiligt waren.
Seelsorger Peter van Elst ordnete die Einführungsveranstaltung geistlich ein und übertrug Motive der Emmaus-Geschichte auf die neue Aufgabe der Chefärztin. Er wünschte Frau Dr. Oji „erstens einen gelassenen Blick, der den Weg mit weitem Horizont sieht und gleichzeitig den konkreten Alltag mit seinen Belastungen nicht ausblendet“, „zweitens ein hörendes Herz – das die leisen Töne wahrnimmt und aufmerksam bleibt für das, was Menschen in ihrer Not sagen“, sowie „drittens Spielräume, in denen Sie selbst und andere kreativ handeln können, mit Fingerspitzengefühl und Augenmaß“.
Geschäftsführer Daniel Freese stellte in seinem Grußwort die Freude über die gemeinsame Zukunft mit der neuen Chefärztin in den Mittelpunkt. Man habe mit Frau Dr. Oji eine Chefärztin gewonnen, die fachlich hervorragend ausgewiesen sei und deren Haltung und Persönlichkeit bestens zum Haus passe.
Im Namen des Vorstands der St. Franziskus-Stiftung Münster würdigte Dr. med. Ulrich Knopp das Engagement der Mitarbeitenden in der Übergangsphase und ordnete die Entscheidung, die Leitungsebene des Hospitals zu erweitern, in eine längerfristige Entwicklung ein: „Solche Veränderungen bedeuten immer auch Störungen, Unterbrechungen, manchmal das Loslassen von Vertrautem. Viele von Ihnen haben sich in den vergangenen Monaten sehr engagiert und diesen Weg mit großer Kraft und Treue mitgetragen.“ Zugleich hob er die Stärke des Hauses hervor: „Wir haben hier im St. Rochus-Hospital tolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein eingespieltes und professionelles Führungsteam, und wir haben Sie, Frau Dr. Oji.“ Mit Blick auf die künftige Zusammenarbeit unterstrich er: „Der Weg wird nicht immer einfach sein, und die Fragen werden nicht weniger. Aber es ist gut zu wissen, dass es Menschen wie Sie gibt, die sich vor die anderen stellen, sich zeigen und sagen: Ich bin da, um zu unterstützen – fachlich, organisatorisch und menschlich.“
Der Ärztliche Direktor des St. Rochus-Hospitals, Prof. Dr. med. Matthias Rothermundt, stellte die Einführung in den Kontext aktueller Herausforderungen in der Psychiatrie. Gute psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung brauche, um diesen zu begegnen, vor allem eines: gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Berufsgruppen. „Die beste Technik spielt in der Psychiatrie nur eine untergeordnete Rolle – entscheidend sind die Menschen.“ Er hob die Notwendigkeit hervor, Führungspositionen so auszugestalten, dass sie klar definierte Verantwortlichkeiten, Gestaltungsspielräume und eine wertschätzende Führungskultur ermöglichten. „Wir freuen uns sehr, dass wir heute offiziell Frau Dr. med. Melody Oji einführen dürfen. Wertschätzende Führung ist für sie kein Schlagwort, sondern gelebte Praxis.“
In ihrer Ansprache dankte Frau Dr. Oji für das ihr entgegengebrachte Vertrauen und beschrieb ihre Sicht auf die gemeinsame Aufgabe: „Die erste Zeit in einer neuen Funktion ist für mich immer die Zeit, in der Vertrauen aufgebaut wird. Ich habe hier im Haus schöne und schwierige Situationen erlebt und gelernt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen.“ Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Abteilungen sagte sie: „Mir ist wichtig, dass wir sowohl den hohen fachlichen Anspruch als auch die Menschlichkeit im Blick behalten. Die Patientinnen und Patienten, die Angehörigen, aber auch wir als Mitarbeitende brauchen beides: Professionalität und Wärme.“ Persönlich blicke sie zuversichtlich nach vorn: „Die Grundlagen sind gelegt, vieles ist gut aufgestellt – und gleichzeitig ist genügend Raum für Entwicklung. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen und blicke optimistisch auf unsere gemeinsame Zukunft.“
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Ulrike Heinemann an der Querflöte und Gregor Stewing an der Gitarre. Im Anschluss an die feierliche Einführung nutzten die anwesenden Gäste ein ungezwungenes Beisammensein zum Austausch.



