Donnerstag, 21.05.2026

Psychiatrie im Dialog: St. Rochus-Hospital setzt Vortragsreihe fort

Das St. Rochus-Hospital setzt in diesem Jahr seine Vortragsreihe „Psychiatrie im Dialog“ fort und stärkt damit den fachlichen Austausch mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Psychiaterinnen und Psychiatern sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aus dem Kreis Warendorf und der Stadt Münster. Mit dem Format verfolgt die Telgter Fachklinik das Ziel, Schnittstellen zwischen Praxis und Klinik zu optimieren, den Dialog über aktuelle Entwicklungen in Diagnostik und Therapie zu intensivieren und somit die psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung in der Region weiter zu verbessern.

Prof. Dr. med. Matthias Rothermundt, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Allgemeinpsychiatrie und -psychotherapie I am St. Rochus-Hospital, erläuterte im Rahmen der Vortragsreihe „Psychiatrie im Dialog“ differenzierte Therapieansätze bei verschiedenen Depressionsformen.

Am Mittwoch, 20. Mai, sprach Prof. Dr. med. Matthias Rothermundt, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Allgemeinpsychiatrie und -psychotherapie I, zum Thema „Depression ist nicht gleich Depression. Differenzierte Therapieansätze bei verschiedenen Depressionsformen.“ In seinem Vortrag erläuterte er, wie vielfältig das Bild depressiver Erkrankungen ist und welche Bedeutung eine genaue diagnostische Einordnung für die weitere Behandlung hat. Depression erfasse unterschiedliche Ausprägungen, Verläufe und Hintergründe. „Eine Depression ist keine einheitliche Erkrankung, sondern vielmehr ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Störungsbilder“, betonte Prof. Dr. Rothermundt. „Entscheidend für eine gute Behandlung ist, die jeweilige Form der Depression genau zu erkennen – nur dann können wir Therapiebausteine so kombinieren, dass sie für die einzelne Patientin oder den einzelnen Patienten wirklich passen.“

Gemeinsam mit Dr. med. Mathias Staudt, Chefarzt der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie, begrüßte Prof. Dr. Rothermundt die anwesenden Gäste. Im Anschluss an den Vortrag nutzten beide Chefärzte die Gelegenheit zu einem intensiven fachlichen Austausch mit ihren niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. In offenen Gesprächen wurden Fallkonstellationen, diagnostische Fragestellungen und Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung erörtert. Die Rückmeldungen aus den Praxen gaben ihnen wertvolle Einblicke in die Versorgungssituation vor Ort und unterstrichen die Bedeutung eines engen, kollegialen Miteinanders.

Die Reihe „Psychiatrie im Dialog“ wird in den kommenden Monaten mit weiteren fachlich fokussierten Themen fortgeführt. Mitte Juni widmet sich Dr. med. Melody Oji, Chefärztin für Allgemeinpsychiatrie und -psychotherapie II sowie Abhängigkeitserkrankungen, dem Thema „Alkohol. Wenn Genuss zur Gefahr wird.“ Sie wird aufzeigen, ab wann riskanter Konsum in eine Abhängigkeit münden kann, welche Warnsignale ernst genommen werden sollten und welche Behandlungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Stadien der Erkrankung zur Verfügung stehen. Im Oktober folgt ein weiterer Vortragsnachmittag mit einem Thema, das in der Versorgungspraxis zunehmend an Bedeutung gewinnt: Unter dem Titel „Einsamkeit: Kein ICD-Code, aber klinisch bedeutsam“ wird Stefanie Oberfeld, Chefärztin der Abteilung für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie, die klinischen Auswirkungen von Einsamkeit insbesondere im höheren Lebensalter beleuchten, Zusammenhänge mit psychischen Erkrankungen darstellen und Ansatzpunkte für Prävention und Intervention diskutieren.