Donnerstag, 19.12.2013

Peplau-Fachtagung 2013: „Wie geht´s denn?“ - Subjektives Erleben in der Psychiatrie

Mitte Dezember trafen sich rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur vom St. Rochus-Hospital und der ZAB Gütersloh gemeinsam organisierten Fachtagung „Wie geht’s denn - Subjektives Erleben in der Psychiatrie“, um die Idee der Kommunikation „auf Augenhöhe“ zwischen den beteiligten Akteuren (Psychiatrieerfahrene, Angehörige und professionell Tätige) in der Psychiatrie aufzugreifen und zu fördern.

 

 

André Nienaber M.Sc. aus der LWL-Klinik in Lengerich hob in seinem Eröffnungsvortrag die Bedeutung des Recoveryansatzes und den Einbezug von Menschen mit eigenen Erfahrungen einer psychischen Krise/ Erkrankung hervor, die selbst psychiatrische Dienste genutzt haben (Experienced-Involvement - Ex-In). Gudrun Tönnes (Ergotherapeutin und Trainerin für Ex-In) ließ die Zuhörer an ihren sehr persönlichen Erfahrungen von Krise und der Nutzung psychiatrischer Angebote teilhaben.

Die Vorsitzende des Landesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker e. V., Rechtsanwältin Wiebke Schubert, berichtete in Anschluss von der Lage der Angehörigen und machte durch das Einbeziehen ihrer eigenen Situation eindrücklich deutlich, welche Bedürfnisse und Wünsche von dieser Seite formuliert werden.

Zum Abschluss des Vormittags griff Joergen Mattenklotz (Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Psychiatrie) das Motto „Verhandeln statt Behandeln“ als Leitschnur psychiatrischer Grundhaltung auf. Am Nachmittag wurden trialogisch moderierte Workshops durchgeführt, in denen alle Teilnehmer die Möglichkeit nutzten, zu den Themen Schuld, Trauer/ Verlust, Angst und Stigmatisierung jeweils ihre Sichtweise und individuellen Bedeutungen, aber auch Wünsche und Erwartungen wechselseitig zu formulieren.

Die vielen Begegnungen und Gespräche des Tages waren von großer Wertschätzung geprägt. Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass die Umsetzung eines „Herrschaftsfreien Diskurses“ im Alltag psychiatrischer Versorgung unabdingbar für eine menschenwürdige Psychiatrie ist. Als Ausgangspunkt für eine gleichwertige Begegnung ist die Berücksichtigung des subjektiven Erlebens aller in der Psychiatrie beteiligten Gruppen sinnvoll und notwendig.